Donnerstag, 30. August 2007

Hotspot Cairns


Cairns ist Tourismus pur. Die Restaurants an der Uferpromenade präsentieren ihr Menü in verschiedenen Sprachen und die Speisekarten mit den aufgeklebten Landesfahnen erinnern mich irgendwie an die Urlauberhochburgen in Italien. Auch gibt es dutzende Info-Büros in denen vor allem junge Backpacker Abenteuer aller Art buchen können. Fallschirmspringen, Bungee-Jumping, Forest Flying. Wer sich nicht entscheiden kann, bucht das Komkplettpaket. Tauchkurs? Selbstverständlich! Speedbootfahren, Jetski und Parasailing. Standardprogramm. Da hier oben im Norden das Great Barrier Reef recht nahe an der Küste liegt, gibt es eine ganze Armada an Schiffen, auf denen man das berühmte Riff ansteuern kann. Für mich ist es bereits mein dritter Aufenthalt in der Stadt, aber etwas Kurioses lerne ich trotzdem noch und zwar von Jack. Er wohnt mit seiner Frau und den zwei Kindern seit einigen Wochen auf dem Campingplatz im Ort. „Die Backpacker fliegen einfach heim“, lacht er, „ich muss dann nur das Zeug aufsammeln und es wieder verkaufen“. Der Hintergrund: Cairns ist die letzte Station auf der klassischen Route ab Sydney. Oft verbringen die Urlauber aus Übersee ihre letzte Nacht auf dem Campingplatz und brechen am nächsten Morgen einfach Richtung Flughafen auf - ohne ihr Zelt abzubauen. Der Besitzer des Platzes war darüber wenig erfreut und so kann Jack mit den „Fundsachen“ einen regen Handel getreiben.(Foto: Badelagune Cairns)

Montag, 27. August 2007

Granite Gorge


„Die sind sooooo süüüüüüüß“, haben die Mädels auf dem Campingplatz geschwärmt. Ich muss nun feststellen, dass sie in erster Linie unglaublich fett sind. Von verantwortungslosen Touristen fast zu Tode gefüttert. Die Rede ist von den Rock Wallabies (Felskängurus) in der Granite Gorge, nahe Cairns. Und während ich noch mit Entsetzen auf die Tiere starre, kommen schon neue Besucher und zücken die Papiertüten mit Futter. „Die sind viel zu fett“, sage ich zu einem jungen Pärchen. „Ja, süüüß, nicht wahr“, antwortet sie mir während ihr eines der Tiere aus der Hand frisst. Ich sende noch einen verzweifelten Blick zu ihrem Freund, aber der ist mit Fotografieren beschäftigt und dirigiert seine bessere Hälfte von einer Pose in die nächste. Also ziehe ich ab, schließlich bin ich auch nicht wegen der Wallabies hier, sondern um mir die Granitschlucht anzuschauen. Und es wird doch noch ein lustiger Tag. Die verschiedenen Formationen haben Namen (z.B. Schildkröte), von denen die meisten aber nur mit extrem viel Fantasie nachzuvollziehen sind. Also taufe ich, zusammen mit einigen Engländern, die Gebilde neu. In die Werbebroschüren werden es unsere Kreationen wohl nicht schaffen, zwar fanden wir sie wesentlich treffender, allerdings würden einige sicherlich gegen den guten Geschmack verstoßen.

Donnerstag, 23. August 2007

Kuranda


Australien, das Land der wilden und gefährlichen Tiere. Schlangen, die mit einem Biss so viel Gift absondern, dass davon 100 Männer sterben würden, Krokodile, mit der Bisskraft eines Tyrannosaurus Rex und Quallen, deren Tentakel bei Kontakt mit der Haut unvorstellbare Schmerzen verursachen. Außerdem Natürlich Giftspinnen, Riesenhaie und die äußerst angriffslustigen Helmkasuare. All diese Tiere kann man in diversen Zoos und Tiergärten bestaunen. In Kuranda hingegen hat man einer Spezies ein Gehege gewidmet, die so gar nicht gefährlich, aber trotzdem wunderschön anzuschauen ist. Ich bin im Australian Butterfly Sanctuary und bestaune die farbenfrohen Schmetterlinge. Eigentlich wollte ich hier ein Foto des berühmtesten Vertreters, des blau schimmernden Ulysses präsentieren, leider ließen sich diese Exemplare aber nicht von mir ablichten. Der abgebildete Orange Lacewing ist zwar nicht ganz so prachtvoll, hält aber wenigsten still.

Montag, 20. August 2007

Cowgirls am Cape


Cape York, nahe Cooktown - Ja, auf dem Bild ist tatsächlich ein waschechtes Cowgirl mit ihrem treuen Ross zu sehen. Wenn man mal durch die schier undurchdringlichen Staubwolken hindurch gesehen hat. Julie (auf ihrem Pferd „Lightning“) ist stolz auf ihren Beruf. „Ich habe in meinem Leben noch nie etwas anderes gemacht,“ erklärt sie mir bei einem Bier, „und ich wollte nie etwas anderes sein“. Aufgewachsen auf einer Cattle-Station im rauen Nordterritorium hat sie früh das Handwerk gelernt. Schon als kleines Mädchen habe sie ihrem Vater bei der Arbeit geholfen, und mit stolz geschwellter Brust fügt sie hinzu: „ich konnte reiten bevor ich richtig laufen konnte.“ Eine Aussage, die ich schon oft gehört habe und die wohl nicht komplett wörtlich zu nehmen ist, aber man weiß was gemeint ist. Und reiten können sie hier alle wie der Teufel. Zwar haben auf den großen Rinderfarmen längst Hubschrauber und Motocross-Maschinen als Hilfsmittel für den Viehtrieb Einzug gehalten, das Pferd ist aber trotzdem noch unverzichtbares Arbeitstier. Und einen weiteren Vorteil habe der Beruf für sie, fügt Julie mit einem Grinsen hinzu: Über Männermangel könne sie sich nicht beklagen.

Samstag, 18. August 2007

Einer Königin würdig!?


Ich habe vielleicht wirklich etwas zu viel erwartet. Die Queen’s Stairs wurden gebaut, als Queen Elizabeth II. zur Zeihundertjahrfeier zu Besuch war. James Cook war einst auf seiner Entdeckungsfahrt auf das Great Barrier Riff gelaufen und hatte mit letzter Kraft diese Bucht angesteuert. Natürlich gab es damals noch nichts außer dichten Busch. Die Queen würdigte mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung des Ortes, denn was wäre wohl gewesen, wenn Kapitän Cook sein Schiff nicht mehr flott gekriegt hätte? Wir wissen es nicht, jedenfalls wäre einiges anders gelaufen. Und weil man die Queen dann doch als eine Art Super-VIP bezeichnen kann, habe ich schon ein etwas opulenteres Bauwerk mit Marmor oder wenigstens einem Geländer erwartet. Statt dessen nur eine unscheinbare Betontreppe mit gerade einmal drei Stufen. Ich kann nur schmunzeln, weil es irgendwie die Mentalität der Leute hier trifft. Willkommend, freundlich und herzlich – aber auch etwas schrullig. "Und wenn der Queen unsere Treppe nicht passt, dann soll sie hingehen ..." Aber das ist nur spekuliert, die genauen Hintergründe kenne ich nicht und so gesagt hat mir das natuerlich auch keiner. Und einen roten Teppich wird man der guten Lizzie schon ausgerollt haben.

Dienstag, 14. August 2007

Eiskalte Schlucht


„Das Wasser ist schweinekalt!“, kreischt Audrey. Noch vor zwei Minuten hatte sie mir erklärt, wie heiß es doch sei und wie sehr sie sich auf die Abkühlung freue. Und im neuen Bikini würde sie besonders gut ausschauen hatte sie mir zugezwinkert. Jetzt zittert sie am ganzen Leib, sieht zwar immer noch gut aus, will aber von Abkühlung nichts mehr wissen. Gerade dass ich das Foto noch schießen kann, bevor sie aus dem Wasser sprintet. Jedenfalls ist der Badeausflug schnell beendet und ich muss meine Jacke spendieren um die fröstelnde Engländerin wieder aufzuwärmen. Die kleinen und einfachen Wanderungen entlang der Schlucht führen an einigen dieser Badestellen vorbei und das Szenario ist fast überall gleich: Freudige Sprünge in die Fluten, gefolgt von lauten Schreien und schallendem Gelächter von den Draussengebliebenen. Es ist halt doch Winter hier und die Temperaturen des Wassers sind mit denen eines österreichischen Gebirgsbachs zu vergleichen. Leider bin ich etwas in Eile und so liefere ich Audrey wieder an der Jugendherberge ab, in der wir uns am Abend zuvor kennen gelernt hatten. Ich selbst will heute noch weiter Richtung Cooktown.

Freitag, 10. August 2007

Grünes Kap


Noch vor einigen Jahren war das Cape Tribulation der nördlichste Punkt in Queensland, den man ohne Allradfahrzeug erreichen konnte. Plötzlich endet die asphaltierte Strasse und geht in eine Schotterpiste über, die nur noch eine kurze Strecke mit einem PKW zu befahren ist (mittlerweile gibt es eine Umgehungsstrasse gen Norden, nach Cooktown). Hier ist man von grünem Regenwald umgeben, der so dicht und undurchdringlich ist, dass wir 40 Minuten den Einstieg zu unserem Wandertrack suchen müssen. Nach etlichem Fragen, finden wir schließlich ein Holzschild im Strassengraben, das nicht nur unglaublich klein, sondern auch noch grün ist, womit es bezüglich des Tarnfaktors mit den Krokodilen im Daintree River konkurrieren kann. Eine Stunde später denke ich, es wäre besser gewesen, wir hätten den Wegweiser gar nicht erst gefunden. Der Mount Sorrow macht seinem Namen dann alle Ehre und bereitet uns einiges an Kummer. Der Weg ist stellenweise nicht als solcher zu erkennen und der Regenwald scheint meinen Vordermann glatt aufzufressen, sobald er sich mehr als drei Schritte von mir entfernt. Die Schwierigkeit besteht darin, alle paar Meter eine Markierung zu finden. Nach sieben abenteuerlichen Stunden stehen wir wieder am Auto und am nächsten Tag heißt es Faulenzen am Strand.

Dienstag, 7. August 2007

Zum Fressen gern


Hier gibt es eine Sache, die fast jeder Besucher bucht: eine Croc-Tour! Die Fahrten auf dem Daintree River sind nicht nur landschaftlich ein Erlebnis, man trifft auch auf die wohl ältesten Bewohner des Australischen Kontinents. Die großen Saltzwasserkrokodile tummelten sich bereits mit den Dinosauriern auf unserem Planeten. So perfekt sind diese Tiere von der Natur ausgestattet, dass ihnen erst der Mensch gefährlich werden konnte. Der hat sie dafür gleich an den Rand des Aussterbens gebracht. Einst stark bejagt, sind die Krokodile heute geschützt und wieder zahlreich vertreten. Genau hinschauen muss man trotzdem, denn die Tiere sind absolute Tarnungskünstler. Keine Welle, kein Kräuseln an der Wasseroberfläche ist zu sehen - und plötzlich ragen diese Zähne aus dem Wasser! "Dieser Knabe hat kein Problem sich eine ganze Kuh zu schnappen", kommentiert unser Guide das Erscheinen des etwa 4m langen Krokodils. "Du wärst maximal ein kleiner Imbiss", flirtet er in Richtung einer zierlichen Touristin. Die findet diesen Kommentar nicht wirklich lustig und rutscht auf ihrer Sitzbank etwas weiter von der Bordwand unseres Bootes weg. Schön zu erkennen auf dem Bild auch der Unterschied zwischen Krokodil und Alligator: nur beim Krokodil liegen die Zähne des Unterkiefers so dominant außerhalb der Schnauze.

Freitag, 3. August 2007

Hoch das Bein ...


Port Douglas ist ein Traum, anders kann man es wirklich nicht sagen. Gut, ich bin hier wieder mit Anna verabredet, was meine Stimmung zusätzlich hebt. Aber auch das Reiseziel an sich ist wunderbar und die zahlreichen Geschichten, die ich in den letzten Wochen von anderen Reisenden gehört habe, waren nicht übertrieben. Strand und Palmen habe ich ja auf meiner Reise schon öfter gesehen, aber hier passen auch noch die „Vibes“, wie man auf Neudeutsch sagen würde. Morgens streckt man beim Yoga die Beine in die Luft, mittags sitzt man in einem der gemütlichen Cafés zum ausgiebigen Brunch und nach einem sonnigen Nachmittag am Strand stürzt man sich ins Nachtleben. Und zu zweit ist es natürlich doppelt schön. „Fast wie im Urlaub“, schmunzelt Anna und ich kann nicht widersprechen – auch wenn es für mich wie immer etwas zu tun gibt. Aber bei dieser Kulisse recherchiert es sich auch angenehmer als anderswo.