Dienstag, 26. Juni 2007

Lost in Nimbin


Einen kleinen Eintrag zum Thema „skurrile Gestalten“ habe ich ja bereits vor einigen Wochen gemacht, aber hier könnte ich direkt anknüpfen. Das kleine Bergdorf Nimbin ist in erster Linie für eines bekannt: Dope. Hier trifft man auf den einen oder anderen „Hängengebliebenen“ und ich meine das nicht nur was die Lokalität betrifft. Der Ort steht seit Jahrzehnten für alternatives Leben und entsprechend hoch ist die Dichte von Dreadlocks, Batikhemden und Stoffumhängetaschen. Selbst die Polizei scheint mit zu spielen und eine sehr entspannte Drogenpolitik lockt vor allem junge Backpacker an. Mitten auf der Hauptstrasse riecht es nach Marihuana und man sieht etliche Spatziergänger, die gemütlich mit einem Joint oder einem Pfeifchen im Mundwinkel an den bunt bemalten Geschäftsfassaden vorbei schlendern. Eigentlich eine entspannte Szenerie, bis ein ziemlich gammliger und stinkender Mittvierziger direkt vor mir aus den Büschen springt, mich mit verwirrtem Blick anstarrt und einen Singsang über Teilen und gemeinsame finanzielle Mittel anstimmt. Er will Geld, ich gebe nichts, worauf er mir noch etliches unverständliches Zeugs hinterher schreit. Ich limitiere meinen Aufenthalt auf das Nötigste und bin nach gut zwei Stunden wieder auf Achse. Freunde der alternativen Kultur können dem Ort vielleicht etwas mehr abgewinnen und ich habe genügend Leute getroffen, die Nimbin als „super-cool“ preisen. Ich persönlich bin froh, wieder weg zu sein.

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