
Der Winter steht vor der Tür und die Surfer freuen sich schon auf die Wellen, die die Tiefdruckgebiete an die Küste senden werden. So auch mein Freund Andy. Er ist einer dieser Fanatiker, die ihr ganzes Leben nach dem Ritt auf dem Brett ausrichten. Erst vor kurzem hat er einen gut bezahlten Job abgelehnt, weil er da zu früh am Morgen anfangen hätte müssen und keine Zeit für seinen „good morning surf“ gehabt hätte. Er habe da nicht lange nachdenken müssen, er würde sich einfach nicht wohl fühlen, wenn er nicht jeden Tag aufs Wasser käme, so sein Kommentar. Und wer jetzt an einen dieser wilden, jungen Mittzwanziger denkt, liegt falsch. Der Mann ist 39 und Familienvater. Aber hier in Australien ist das nicht ungewöhnlich. Wer morgens um sechs an den Strand geht, sieht oft dutzende Surfer auf dem Wasser. Auf dem Parkplatz keine alten Rostlauben, sondern glänzende Audis und Holdens. Nicht selten sieht man Männer jenseits der 40, die nach der morgendlichen Surf-Session direkt vom Surf- in den Businessanzug wechseln und dann ins Büro brausen. Und, wie auf dem Bild zu sehen ist, sind die Wellen schon lange nicht mehr männliches Hoheitsgebiet ... Ich habe gesehen, was die Dame unter ihrem Neopren trägt und kann nur sagen: Gott sei Dank!
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